Selbstverteidigung

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Selbstverteidigung = Karate ?

Karate = Selbstverteidigung ?

Was ist Shotokan Karate?

Was ist Selbstverteidigung?

Kriegstechnik ?

Kampfkunst ?

Kampfsport ?

Tradition?

Einleitung

Um jedoch überhaupt in den Genuss zu kommen Karate als Selbstverteidigung anzuwenden müssen einige Dinge realistisch betrachtet werden.

Der Teil der Selbstverteidigung wird in vielen Dojos nur schleppend bis gar nicht gelehrt, das ist aus unserer Sicht eine schlechte Entwicklung.

Funakoshi Gichin hielt in seinem Buch “Karate Dō Kyōhan” folgendes fest.

Schlagen, Stoßen und Treten sind nicht die einzigen Methoden im Karate. Wurftechniken und das Drücken gegen die Gelenke sind ebenfalls ein Bestandteil. [...] Man sollte immer daran denken, dass, obwohl das Wesentliche des Karate aus einem einzigen Stoß oder Tritt besteht und man sich niemals von einem Gegner greifen lassen sollte oder sich auf eine Rangelei mit ihm einlassen sollte, man vorsichtig sein und nicht dadurch verlieren sollte, weil man Bedenken hat, einen Wurf anzubringen oder den Gegner in einen Haltegriff zu nehmen. [...] All diese Techniken sollten in Bezug auf die grundlegenden Kata studiert werden.

Denn nur weil man in einem Dojo Karate trainiert heißt das nicht gleich das man die Techniken anwenden kann bzw. man sich in einem echten Kampf behaupten kann.

Es reicht nicht nur Kata und Kumite Training zu absolvieren. Es steigert zwar das Selbstbewusstsein, aber als Selbstbehauptung und Verteidigung taugt es noch nicht.

Es ist ein Teil davon. 

Dies ist ein Prozess der stetig mit dem Training wachsen und auch gelehrt werden muss.

Man muss sich in der heutigen modern Welt die Frage stellen, warum und wozu ist man in einem Dojo um Karate zu trainieren?

Reizt einem die Kampfkunst, perfekter Einklang, schön, elegant, athletisch, jedoch als Selbstverteidigung nicht geeignet.

Ist es der Kampfsport, schön, elegant, athletisch, aber als Selbstverteidigung nur bedingt geeignet, da nach Regeln und nach "fair play" funktionierend.

Die alte Kriegstechnik,  eigentlich das klassische, traditionelle japanische Karate. Als Kriegskunst wurde Karate erdacht und gegen bewaffnete Ritter "gewinnbringend" eingesetzt. Dies gerät "im Westen" in Vergessenheit, weil das moderne amerikanische und vor allem europäische Karate dies nicht mehr abbildet, warum auch immer. Wer sich allerdings einmal japanisches militärisches Karate angesehen hat, der weiß worum es bei der Karate-Kriegskunst bzw. Selbstverteidigung geht und erkennt, wenn er objektiv ist, dass Karate keiner anderen SV-Art in irgendeiner Weise nachsteht. Vor unserem geistigen Auge sehen wir oft nicht den Karate-Schwergewichtsmeister, der einem ebenso muskelbepackten MMA-Kämpfer gegenübersteht, sondern den schmalen japanischen Kata-Meister. Dieser Vergleich ist "unpassend". Letztlich ist nicht das System entscheidend, sondern der Geist und der Körper, die hinter ihr stehen. 

Und nicht zu vergessen: wer Konflikte ohne Gewalt löst ist immer der Sieger.

Kurz um, wer Karate als Selbstverteidigung, bzw. wer sich selbst behaupten „muß“, nutzen will, kommt um ein gewisses oder „das“ Kontaktraining nicht herum.

In unseren Kursen bieten wir die Möglichkeit Selbstverteidigung zu erlernen, denn wer sich verteidigen will, kann nicht erst bis zum schwarzen Gürtel warten.

Wer jedoch den langen Weg des Karate als Kampfkunst, Kampfsport, Kriegstechnik verbunden mit der Tradition des "Shotokan - Karate" geht der vereint alles in einem, schult seinen Körper und Geist gezielt und wird sich auch verteidigen können im Ernstfall.


Shotokan Karate als Selbstverteidigung

Der Ursprung des Shotokan Karate und die gelehrten Techniken lassen vermuten, daß man lernt sich effektiv zu verteidigen. Aber der Einsatz einer Karatetechnik unter Trainingsbedingungen oder im Wettkampf unterscheidet sich maßgeblich von den Bedingungen einer Selbstverteidigungs-Situation.

Somit ist es nötig die Perspektive auf die erlernten Techniken und Bewegungen auf Effektivität und pragmatischen Einsatz zu legen.

Wer nicht übt, hat keine Übung

Selbstverteidigung mit Karate Techniken will gelernt sein. Dabei ist es nicht notwendig, einen reichen Fundus an Techniken oder einen flexiblen Umgang mit potentiellen Situation zu proben, vielmehr sind sicherer Umgang mit Technik und Distanz sowie eine ausgeprägte Zielorientierung wichtig.

Im Dojo kann man im Zuge des Bunkai oder Randori / Kumite Situationen durch Abwandlung der Übungen nachstellen.

Beherzt Zulangen

Da gibt es nichts zu beschönigen: Wer sich verteidigen will, muss ohne Rücksicht zupacken, zulangen, zutreten. Wer zögert oder verunsichert ist, kann sich, unabhängig von Kenntnisstand und Gurtfarbe, nicht effektiv verteidigen.

Angriff ist nicht die beste Verteidigung

„Im Karate gibt es keinen ersten Angriff“ 
Gichin Funkaoshi

Wer Dojokun und Shoto-Niju-Kun beherzigt, besitzt eine gute Grundlage für den richtigen Umgang mit Situationen in denen es auf den Schutz der eigenen Person ankommt. Niemand verliert sein Gesicht, wenn er einer handgreiflichen Auseinandersetzung aus dem Weg geht und sich verteidigen können, bedeutet nicht, nach Auseinandersetzungen zu suchen.

Die Grenzen des Machbaren

Gegen einen bewaffneten Angreifer zu kämpfen birgt ein hohes Risiko und wer sich mehr als einem Angreifer gegenüber sieht, hat nicht nur Mut zu beweisen. Nicht jede Auseinandersetzung lässt sich vermeiden, aber eine überlegte Handlungsweise verhindert vielleicht schon, in kritische Situationen zu geraten.

Über den Tellerrand schauen

Wer Anregungen sucht, welche Techniken aus dem Karate besonders geeignet sind, sollte einmal bei den Systemen des Krav Maga Einblick suchen oder sogar einen Kurs belegen. Es werden einfache Techniken vermittelt, welche sich auch im Karate wiederfinden lassen. Taktik, die richtige Handlungsweise bei Stress-Situationen und das Üben der passenden Reaktion stehen im Vordergrund. Auch Cross-Budo Lehrgänge oder Sparring mit einem Budo-Sportler aus einer anderen Stilrichtung vermitteln ein besseres Verständnis für die praktische Anwendung erlernter Techniken.

Was man zur Selbstverteidigung benötigt

·                     gutes Selbstwertgefühl

·                     gutes Selbstbewusstsein

·                     sicheres Auftreten

·                     umsichtiges Handeln (gewinnen ohne zu kämpfen)

·                     ausgereifte Technik

·                     Verständnis für die Technik

Shotokan und Selbstverteidigung

Shotokan Karate kann helfen, auf eine Notsituation besser vorbereitet zu sein, aber es ist keine Garantie, unversehrt zu bleiben. Es ist auch denkbar, daß aufgrund körperlicher Voraussetzungen Shotokan Karate gänzlich ungeeignet und man mit einer anderen Kampfkunst, einem anderen Kampfsport besser beraten ist.

Die Vorteile des Shotokan Karate

Das Trainingssystem des Shotokan Karate vermittelt mehr, als reine Selbstverteidigung. Das ist zugleich von Vorteil, birgt aber auch einen Nachteil: Bis man sich effektiv verteidigen kann, benötigt man mehr Zeit, als bei anderen „Systemen“. Wer aber am Ball bleibt, profitiert in einer Notsituation von folgenden Trainingseffekten:

Technik wird zu einer selbstverständlichen Bewegung

·                     Verinnerlichen der Technik durch ständige Wiederholung

·                     Reagieren und Anwenden ohne nachzudenken

·                     die Technik als Reflex nicht als bewusste Handlung

Verbesserte Physis

·                     Stärkung von Arm- und Handkraft

·                     Stärkung von Rumpf und Beinen

·                     körperliche Stärke und Ausdauer

·                     Reaktionsschnelligkeit erhöhen

·                     guter Gleichgewichtssinn

Mentale Stärke

·                     innere Ruhe und Harmonie

·                     Selbstbeherrschung

·                     gutes Körperbewusstsein

·                     den eigenen Körper und seine Mechanik verstehen

·                     den anderen kennen lernen, mit anderen trainieren ohne Gewicht- und Größen Limit

·                     Distanzgefühl und optimales Timing

Karate als effektive Verteidigung

Choki Motobu (1870 – 1944), der als Karateka mit mehr pragmatischem / kämpferischem Ansatz als dem im Shotokan Karate zugrunde liegenden zitiert wird, hat für das Karate und sprechend für die Selbstverteidigung grundlegende Sätze formuliert.

·                     Tritte sind in einem Kampf nicht besonders effektiv.

·                     Wenn man einen Tritt abwehrt, dann so (hart), als ob man das Schienbein des Gegners                brechen wolle.

·                     Man muss versuchen, die Technik an der Wurzel / Quelle abzuwehren. Also blockt man              nicht die angreifende Hand, sondern den Arm.

·                     Man muss lernen, Angriffen auszuweichen, sie abzulenken, auch wenn sie von hinterrücks            kommen.

·                     In einer echten Auseinandersetzung sollte man versuchen den Gegner in sein Gesicht zu            schlagen, das ist am effektivsten.

·                     Wenn man in das Gesicht schlägt, dann so, als wollte man durch den Kopf hindurch schlagen.

Das ist nicht gentelemanlike und passt so wenig in das „gewaltfreie“ Bild des Shotokan Karate, verdeutlicht aber umso mehr, auf was sich Selbstverteidigung reduzieren lässt: Zielgerichtete Aggression. Diese Reaktion auf einen Angriff ist in der Sache begründet gegen den Angreifer destruktiv, schützt aber nur so die eigene Unversehrtheit.


Wichtige Techniken

Wichtige Techniken:

·                     Ausweichen

·                     Ab- und Umlenken

·                     Gegner auf Distanz halten

·                     Fußfeger

·                     Wischtechniken

·                     Doppelarmtechniken (Abwehr / Angriff in einem)

·                     Hebel- und Würgegriffe

·                     Angriff auf Vitalpunkte

·                     Gegner destabilisieren (aus dem Gleichgewicht bringen)


 

Das Wichtigste zum Schluss

Einer Auseinandersetzung aus dem Weg gehen, es gar nicht soweit kommen lassen, ist eine der sichersten Alternativen und eines der wichtigsten Aspekte wenn es um Karate geht. Dies ist kein Paradoxum sondern eine Beschäftigung und Auseinandersetzung mit seinem Geist, seiner Seele und seinem Körper.